Fahrradstraße

Was ist eigentlich eine Fahrradstraße?

Innerhalb großer Städte ist die Luft- und Lärmverschmutzung besonders hoch. Seit 1997 sind in Deutschland bestimmte Straßen für Fahrräder gekennzeichnet. Diese Straßen kommen vor allem in größeren Städten wie Hamburg, München oder Nürnberg vor. Doch was genau sind Fahrradstraßen und was gibt es beim Befahren dieser Straßen zu beachten?

Bei Fahrradstraßen handelt es sich um extra eingerichtete Straßen, die nur von Fahrrädern befahren werden dürfen. Erkennungsmerkmal einer Fahrradstraße ist das Verkehrsschild mit der Nummer 244. Hierbei handelt es sich um ein rechteckiges weißes Schild, auf dem ein blauer Kreis mit dem Piktogramm eines Fahrrads zu erkennen ist. Darunter steht zumeist noch der Schriftzug „Fahrradstraße“. Anders als Fahrradwege sind Fahrradstraßen nicht Teil einer normalen Kraftfahrstraße oder des Gehwegs, sondern vollwertige Straßen nur für Fahrräder. Sinn und Zweck einer Fahrradstraße liegt vor allem darin, Fahrradfahrern einen sicheren Bereich zur Fortbewegung zu bieten. Städte verfolgen mit der Anordnung von Fahrradstraßen jedoch auch das Ziel, die Stadtbewohner zur öfteren Nutzung des Fahrrads zu bewegen und somit den innerstädtischen Kraftfahrzeugverkehr zu verringern. Fahrradstraßen können hierbei anders als Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Durchfahrverboten ohne Gefahrenbegründung durch die Straßenverkehrsbehörde eingerichtet werden. Die Einrichtung dieser besonderen Straßen geschieht vor allem an Orten, an denen Fahrräder schon länger das Hauptfortbewegungsmittel darstellen. Eine Einrichtung einer Fahrradstraße dient somit hauptsächlich dazu, Radfahrern zusätzliche Rechte zu gewähren und ihnen eine schnellere Fortbewegung zu ermöglichen. Dank dieser gesonderten Bereiche für Fahrräder, müssen Radfahrer sich weniger Sorgen machen im Großstadtgetümmel in Schwierigkeiten zu gerate.

Welche Regeln gelten auf einer Fahrradstraße?

Auf Fahrradstraßen gelten besondere Regeln die zu beachten sind. Allgemein gilt, dass nur Fahrräder die Straße befahren dürfen. Meistens wird das Befahren der Fahrradstraße durch Pkw eingeschränkt erlaubt, um Anliegern und Zulieferern das Erreichen ihrer Ziele zu ermöglichen. Hierbei wird ein zusätzliches Schild mit der Aufschrift „Pkw frei“ oder „Anlieger frei“ angebracht. Fahrradfahrer besitzen jedoch weiterhin Vorrecht und Pkw-Fahrer müssen sich diesen anpassen. Die Maximalgeschwindigkeit beträgt dabei 30 km/h, die von allen Verkehrsteilnehmern eingehalten werden muss. Nutzer von E-Bikes oder Pedelecs sollten deshalb lieber einen Gang zurückschalten. Weiterhin ist es den Radfahrern erlaubt, nebeneinander zu fahren. Pkw-Fahrer müssen hier also Geduld beweisen. Auch beim Überholen von Fahrradfahrern muss auf bestimmte Regeln geachtet werden. Beim Überholvorgang müssen dabei mindestens 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Es muss dabei auf den richtigen Moment gewartet werden, da kein Überholvorgang erzwungen werden darf. Aufgrund des Vorrechts haben Radfahrer auf Fahrradstraßen stets Vorfahrt, wobei an Kreuzungen wie gehabt rechts vor links gilt. Auch gilt das Rechtsfahrgebot, man darf also nicht kreuz und quer auf den Straßen fahren und eine Gefahr für den Verkehr darstellen. Für Fußgänger entstehen hierbei keine Nachteile, da normalerweise zusätzliche Gehwege vorhanden sind. Personen die mit Inlineskates oder Rollern unterwegs sind, dürfen die Radstraßen nur befahren wenn ein zusätzliches Schild angebracht ist. Bei nicht Vorhandensein eines Schildes müssen Personen mit Inlineskates oder Rollschuhen auf Gehwege ausweichen und Rollerfahrer von ihren Rollern absteigen.

Was man weiterhin auf Fahrradstraßen beachten sollte

Fahrradstraßen sorgen für ein sicheres und schnelles Vorankommen in der Stadt. Dabei sind die Regeln schnell verinnerlicht. Ist das Befahren durch Kraftfahrzeuge erlaubt, gibt es jedoch noch ein paar Dinge zu beachten. In der Regel ist das Parken in Fahrradstraßen erlaubt. Jedoch sollte darauf geachtet werden, ob das Parken durch zusätzliche Beschilderung eingeschränkt ist. Des Weiteren gelten bestimmte Regeln für Kinder. So dürfen Kinder unter acht Jahren die Straße nicht befahren. Sie sind laut Gesetz nicht dafür geeignet, sich auf Fahrradstraßen fortzubewegen. Kinder müssen sich somit wie Fußgänger und Rollschuhfahrer auf den Gehwegen fortbewegen. Eine Besonderheit für Fahrradfahrer gibt es in Hamburg. Damit Fahrradfahrer einfacher die Innenstadt erreichen können, hat die Stadt Hamburg insgesamt ein Netz von 14 Verbindungen geschaffen. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Fahrradstraßen, Radwegen und Radfahrstreifen, die in die Innenstadt führen. Diese sogenannten Velorouten sollten nicht mit normalen Fahrradstraßen verwechselt werden, da sich hier häufig die Verkehrsregeln ändern. Fahrradstraßen kommen in Deutschland immer häufiger vor. Dies ist vor allem vorteilhaft für die Umwelt und verringert Lärm in der Innenstadt, was viele Anwohner erfreut. Insgesamt gibt es in Deutschland bereits über 140 Fahrradstraßen. München ist hierbei mit 58 Straßen der Vorreiter. Aktuell befindet sich Deutschland auf Platz 5 der fahrradfreundlichsten Länder in Europa. Doch bis 2020 soll die Nutzung von Fahrrädern in Deutschland weiter ausgebaut werden.

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